Pseudo-Genozid-Mahnmal in Pohlheim

Am 2. November 2017 hat die Stadtverordnetenversammlung der hessischen Stadt Pohlheim einstimmig beschlossen, „Zum Gedenken an die Opfer des Völkermordes an den Armeniern und Christen vor 100 Jahren im osmanischen Reich“ ein Denkmal in einem öffentlichen Raum in Pohlheim zu errichten.

Um die Reaktion der in Hessen lebenden türkischen Gemeinde auf diese Entscheidung auszudrücken, schickten verschiedene türkische zivilgesellschaftliche Organisationen einen Brief an den Bürgermeister von Pohlheim Herrn Udo Schöffmann (CDU) und an die damalige Stadtverordnetenvorsitzende Frau Anja Sames-Postel (CDU) und baten um einen Gesprächstermin. Von Pohlheim gab es weder eine Rückmeldung zu diesen Briefen noch zu dem Terminwunsch für ein Gespräch.

In der darauffolgenden Zeit wurde seitens der in Zusammenhang mit der Errichtung des Denkmals gegründeten Kommission beschlossen, dass das Denkmal die Aufschrift “ Zum Gedenken an die Opfer des Völkermordes an den Christen im osmanischen Reich 1915- Erinnerung und Mahnung“ erhalten soll und es wurde damit begonnen öffentliche Spenden für das Denkmal zu sammeln.

Nichtregierungsorganisationen, die sich im Rahmen der Initiativ Plattform der türkischen Verbände Hessens zusammengeschlossen hatten, beschlossen, gemeinsam gegen diese Initiative vorzugehen, und leiteten im Namen der Plattform ein neues Schreiben an die Mitglieder der Gemeindeversammlung und dem Bürgermeister, in dem sie die Rücknahme der Entscheidung zu dem Denkmal forderten und um die Berücksichtigung der Bedenken der türkischen Gemeinschaft baten.

Der Bürgermeister Schöffmann antwortete auf diesen Brief, indem er mitteilte, dass es keinen Widerruf der Entscheidung gäbe, und lehnte die Bitte um ein Gesprächswunsch ab. Daraufhin verlas eine Gruppe von Mitgliedern von zivilbürgerlichen Vereinigungen im Namen der Plattform eine Pressemitteilung vor dem Pohlheimer Bürgermeisteramt und teilte der Öffentlichkeit das Unbehagen der türkischen Bevölkerung über diese Entscheidung und ihre geschlossene Haltung gegenüber den Dialogrufen der Gemeinde mit.

Trotz all unserer Gegenversuche fand am 2. November 2019 die Eröffnung des sogenannten Völkermorddenkmals mit einer Zeremonie ohne Bekanntgabe an die Öffentlichkeit statt.

Mit E-Mail-Nachrichten, die seitens der zivilbürgerlichen Vereinigungen innerhalb der Plattform  an die Verantwortlichen der Stadtverwaltung geschickt wurden,  wurde  erneut die Reaktion unserer Gesellschaft auf die Errichtung des betreffenden Denkmals gezeigt und es wurde betont, dass diese Errichtung des Denkmals, die die türkische Gesellschaft beleidigt hat, nicht dem interkulturellen Frieden und der Versöhnung dienen wird.